Teil 3: Zirben Massivholzbett ohne Metall?! Da legst di nieder… versprochen!

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Wir starten in das FINALE des ultimativen Traumbettes aus massivem Zirbenholz ohne jede Schraube oder Metall, los gehts!

Zirbenbett Kopfteil

Nachdem der Fußteil (siehe Teil 2) fertig war, kam als nächstes der Kopfteil dran, irgendwie logisch, oder? Das System der Verbinder mit den Seitenteilen war dabei gleich wie beim Fußteil, aber das große Kopfteil mit der Naturkante erforderte eine etwas abgewandelte Konstruktion. Dementsprechend habe ich die hinteren Füße fast doppelt so lange gemacht und dann den oberen Teil auf der Bandsäge abgeschrägt. In diese schrägen Flächen habe ich wieder die Solid Beschläge eingelassen. Somit ist auch das große „Zierbrett“ demontierbar (es wiegt fast 35 kg).

Die unteren seitlichen Zapfenlöcher sind für die Querverbindungen. Die obere Ausnehmung ist für das querliegende Abschlußbrett, das mittels einem einseitigen Schwalbenschwanz eingelassen wurde.

Das horizontale Brett dient dazu, dass die Matratze eine Begrenzung nach oben hinzu hat und somit ein Abschluss gegenüber dem schräg gestellten Zierbrett mit Waldkante entsteht.

Fertiges Kopfteil mit Waldkante / Naturkante

Wie kann ich das jetzt noch retten?…

Es folgt ein kleiner Bericht zum Thema 4 – Schwalbenschwanz – wegen einmal unvorsichtig sein. Wie dem geneigten Leser vielleicht aufgefallen ist, habe ich sehr „ruhiges“ Holz verwendet, also Zirbenholz mit wenigen Astlöchern. Normalerweise hat die Zirbe sehr viel Astlöcher, was durch Ihre Wuchsform bedingt ist. Ich wollte ganz bewusst aber trotzdem eher ruhiges Holz, da sonst die großen Holzflächen viel Unruhe in das Schlafzimmer bringen.

Durch die knappe Bemessung des Holzeinkaufes musste ich aber teils Stücke verwenden, die nicht unbedingt diesen Kriterien entsprachen. Langer Rede kurzer Sinn… ein Leiste ist mir bei der „Anprobe“ von der Hobelbank gefallen und natürlich gebrochen (trotz 8cm*4cm Stärke !), weil eben an dieser Stelle 2 große Astlöcher durch die Leiste verliefen. Es folgte daher eine 4-seitige (!) Reparatur der Leiste mittels doppelten Schwalbenschwänzen.

Die japanischen Stemmeisen hat es gefreut, Cultor eher weniger 😉

Mittelsteg und Passprobe

Das Gröbste war also erledigt, fehlte nur noch der Mittelsteg. Leider habe ich keine Fotos mehr vom Zusammenbau, ich glaube zu diesem Zeitpunkt wollte ich einfach nur noch fertig werden und habe meine Kamera daher achtlos in der Ecke liegen lassen.

Die Konstruktion war jedoch recht simpel, unten und oben mittels Schwalbenschwanz in die Auflageleisten eingelassen, zwei Leisten in T-Form angeordnet und zwei Stützfüße. Das Ganze mit Leim und Holzdübeln verbunden.

Der Staub am Boden auf den Bildern ist übrigens gemäß „Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie“ der EU ein äußerst wertvoller und schützenswerter Lebensraum für Dermatophagoides pteronyssinus sowie Lepisma saccharina (bei uns liebevoll „Jimmys“ genannt), und wird daher ganz bewusst beim Staubsaugen von uns tunlichst geschont. Ähmm ich hol dann mal den Staubsauger, glaub ich … *räusper*

Fertiger Rahmen

Lattenrost ohne Schrauben

Das Bett war fertig. Wirklich? NEIN, verdammt der Lattenrost fehlt ja noch. Mein erster Plan war es, den Lattenrost auch aus Zirbe zu fertigen. Dafür habe ich 50 Leisten mit 90x5x2 cm zugeschnitten und gehobelt… und habe sie dann nicht verwendet.

Aber WARUM, fragt man sich? Naja, wie bereits erwäht ist Zirbe A) recht weich und B) sehr harzhaltig. Eine eher ungute Kombination für einen Lattenrost. Und so habe ich umgeschwenkt und habe den Lattenrost aus durchgehenden Fichtenholzleisten mit 180x8x2,8cm gefertigt, das erschien mir einfach viel stabiler. Ich habe lange überlegt wie ich es schaffe einen Lattenrost ohne Schrauben zu machen, der aber gleichzeitig stabil ist und nicht knarzt. Hier meine simple, aber wie ich finde, geniale Lösung:

Die Bretter links und rechts mit jeweils 2 Einschnitten versehen und einen breiten Jutegurt (welcher normalerweise zum Polstern verwendet wird) durchfädeln. Durch die Reibung verschieben sich die Leisten nicht (ja wirklich, ist auch noch nach >1 Jahr so) und liegen auf dem Gurt auf, somit knarzt auch nichts. Günstig-Genial-Einfach-Effektiv

Ich leg mich nieder – im neuen Massivholzbett aus Zirbe mit nicht einem mg Metall darin!

Ich kann es kaum fassen… FERTIG. Jetzt genießen wir einfach ein paar Bilder wie das Bett nun aussieht. Was ist das eigentlich für ein tolles Nebenbettchen, da wird doch nicht wohl schon wieder eine neue Bausserie anstehen, oder ewa doch?! Alles Liebe aus dem Traumbett, das die Frau glücklich macht,

euer Cultor

Fertiges Bett mit neuer Wandfarbe im Hintergrund

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Stefan Bauer

    Ein sehr attraktives Stück Handwerksarbeit! Was mir besonders gefällt: die naturbelassenen Kanten, insbes. die Waldkante! Bei den Zapfenverbindungen habe ich ja manchmal den Verdacht, dass da ein alter japanischer Meister im Keller gefangen gehalten wird, der ein bisschen mithilft! Schmäh ohne, die Verbindung a la Groh gefällt mir auch sehr! Anmerkung zum Thema Knarzen: Das Juteband ist natürlich die perfekte Lösung, für weniger Aufwand hätte vielleicht auch (trockenes) Einseifen gereicht. Warum Zirbenleisten für Lattenrost weniger geeignet sind, ist mir nicht so einleuchtend, Kiefer ist doch ähnlich, weich und harzig? Provokant: den Pfosten mit den Astlöchern so nahe beinander hätte ein Bootsbauer sich wahrscheinlich nicht getraut zu verwenden!? Trotzdem: Ich erhebe mein Glas voll Zirbenen (auch wenn’s ein Tiroler ist) auf viele geruhsame Nächte!

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      CULTOR

      Danke, danke 🙂
      Zum Thema Lattenrostleisten: oft sind genau die vielen Astlöcher das Problem! Es ist sehr schwer so viele „ungestörte“ Leisten zu machen, ohne sehr viel Verschnitt zu produzieren. Da ist Fichte/Tanne deutlich dankbarer.
      LG, Cultor

  2. Ingrid Bauer

    Wundervolles Bett ! Und das alles aus purer Zirbe. Vom Geruch ganz zu schweigen. Mein kleines Zirbenkissen duftet nach einem Jahr immer noch betörend obwohl es versehentlich einen Waschgang überlebt hat. Ich finde Handwerkskunst ist für den Cultor absolut zutreffend!!

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